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False Memory Effect

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Bei dem sogenannten False Memory Effect handelt es sich um ein, seit über 100 Jahren erforschtes Phänomen.

Neben der Erinnerungsverfälschung und der Erinnerungsfälschung gibt es auch sogenannte Pseudoerinnerungen. Bei einer Erinnerungsverfälschung verändert und verfälscht der sich Erinnernde unabsichtlich die Gedächtnisinhalte.

Wohingegen bei einer Erinnerungsfälschung eine Erinnerung durch Phantasieren bzw. Erfinden, neue Gedächtnisinhalte gebildet und wiedergegeben werden. Besonders interessant ist jedoch, dass in beiden Fällen deutlich zur Lüge, also einer absichtlichen Falschaussage differenziert wird, da der Wiedergebende seine Erinnerung für die Realität hält und von der Echtheit überzeugt ist.

Die Pseudoerinnerung ist eine Sonderform der Erinnerungsfälschung. Hierbei entwickelt der sich erinnernde seine Gedächtnisinhalte nicht selbst, sondern bekommt sie quasi von außen, also einer anderen Person eingegeben.

In: „Neue Zeitschrift für Strafrecht“ beschreiben Oskar Berndt Scholz und Johann Endresin ihrem Artikel „Aufgaben des psychologischen Sachverständigen beim Verdacht des sexuellen Kindesmissbrauchs: Befunde, Diagnostik, Begutachtung“ dieses Phänomen als „erfolgreich eingeredete, aber nicht selbst erlebte Ereignisse“.

Die Überprüfung von Zeugenaussagen auf diesen Effekt hat im Strafrecht große Bedeutung bei der Urteilsfindung.

Bereits 1886 schrieb Emil Kraeplin in einem seiner Artikel über die Notwendigkeit Begriffe zur Differenzierung der qualitativen Unterscheidung bei Störungen des Gedächtnisses einzuführen, nachdem es zur quantitativen Unterscheidung schon Begriffe gab. Daher wollte er zwischen Erinnerungsverfälschung und Erinnerungsfälschung unterscheiden.

Im therapeutischen Einsatz sind jedoch die Pseudoerinnerungen besonders bedeutsam.

Durch Hypnose und Suggestion kann es im schlimmsten Falle zu solchen Erinnerungsfälschungen kommen. Durch das Stellen von Suggestivfragen kann es dazu kommen, dass der Klient beginnt falsche Erinnerungen zu entwickeln, die durch einzelne, entstehende Bildfetzen eine Eigendynamik bekommen und so zur subjektiven Realität mutieren.

Dies klingt sehr bizarr, wurde aber in einigen aussagekräftigen Experimenten erfolgreich überprüft.

Neben dem „Lost in the Mall“ Experiment und dem „Bugs Bunny in Disneyland“ Experiment ist die Arbeit von Julia Shaw und Stephen Porter äußerst eindrucksvoll.

Sie wiesen in einer mit Studenten durchgeführten kontrollierten Studie nach, dass sich sage und schreibe 70 % der Probanden, durch suggestive Gesprächstechniken, an niemals begangene Straftaten, tatsächlich erinnern konnten, und dies samt Umgebungsreaktionen und impliziertem Polizeieinsatz.

Durch die Kenntnis dieser Phänomene wird in der IntuTrance Hypnose gänzlich auf suggestive Befragung verzichtet, so dass der False Memory Effekt ausgeschlossen werden kann.