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Hypermnesie

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Das Wort Hypermnesie entstammt den griechischen Worten hyper und mnnesis. Die Vorsilbe hyper bedeutet ein gesteigertes Auftreten und mnesis Erinnerung. Eine Übererinnerung also. Dieser Begriff findet in der Psychologie gleich zweimal Verwendung.

Zum einen beschreibt er den Zustand, wenn Menschen sich nach längerer Zeit an immer mehr Details erinnern können als noch zuvor. Dieses Auftreten kennt man zum Beispiel von Zeugenbefragungen in denen wiederholtes Befragen als Erinnerungsaufforderung wirkt und so die Gedächtnisinhalte immer präziser werden.

Zum anderen tritt dieses Phänomen weit verbreitet im Bereich der Hypnose beziehungsweise der Hypnosetherapie auf. Hier können sich die Klienten an viel mehr Details und sogar ganze Situationen oder Lebensbereiche erinnern als es im Wachzustand möglich wäre. Einige dieser Erinnerungen scheinen vergessen oder nur unbewusst wahrgenommen worden zu sein. Diese Eigenschaft machen die Hypnosetherapeuten sich gezielt zu Nutze. Gerade im Bereich der Regression oder auch in der Reinkarnation ist es von besonderer Wichtigkeit auf eher im Verborgenen liegende Gedächtnisinhalte zurückgreifen zu können.

Während Menschen mit einem sogenannten hyperthymestischen Syndrom in der Lage sind, sich auch ohne besondere Mnemotechnik, sogar im Wachbewusstsein an die einzelnen Situationen ihres Lebens teilweise fast minutiös, erinnern zu können, kann der Durchschnittsmensch dies meist nur während einer hypnotischen Trance. Ähnlichkeiten bestehen in der Art der Speicherung bzw. der Erinnerungsreproduktion darin, dass man beginnt Ereignisse zu verknüpfen. Wie zum Beispiel Situationen mit Liedern, Wetter, Gerüchen, Musik und vieles mehr.

Sigmund Freud, ein großer Anhänger der Hypnose, beschreibt in seiner Traumdeutung ähnliche Phänomene in sogenannten hypermnestischen Träumen. Hier erscheinen dem Probanden in seinen Träumen unterschiedliche, scheinbar zufällige Situationen, Gegebenheiten und Personen. Erst bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass diese Zufälligkeiten oft keine waren, denn man konnte (teilweise auch erst nach Jahren) bestätigen und reproduzieren, dass dieses bereits vor dem eigentlichen Traum tatsächlich erlebt wurde. Dieses Wissen wurde dabei im Verborgenen gehalten, beziehungsweise so im Unterbewusstsein gespeichert, dass es manchmal während der Traumphasen ähnlich wie während einer Hypnose ins Bewusstsein dringt.