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Somnambulismus

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Somnambulismus kommt wie so viele hypnotische Fachbegriffe aus dem Lateinischen und setzt sich aus „Somnus“ (der Schlaf) und „ambulare“ (umhergehen) zusammen. Dieser ganz besondere Zustand ist ebenso sagenumwogen wie oft angestrebt. Im eigentlichen Wortsinne geht ein scheinbar schlafender umher und verrichtet teilweise sogar irgendwelche Tätigkeiten.

Unter Somnambulie versteht man das Schlaf- oder Nachtwandeln, das man früher auch gerne als Mondsucht (Lunatismus) bezeichnet hat.

Mit der Hypnose kann dieser Zustand willentlich herbeigeführt und zu Heilzwecken eingesetzt werden.

Durch den Wegfall der Aufmerksamkeit können teilweise sogar Blockaden aufgehoben und besondere Hemmungen überwunden werden.

Im Bereich der hypnotischen Schmerztherapie bzw. der Hypnoanalgesie wird dieser Zustand oft zielsicher eingesetzt um zum Beispiel schmerzreduzierte, schmerzbefreite oder komaähnliche Zustände zu erzeugen.

Allerdings bedeutet ein somnambuler Zustand nicht automatisch eine Schmerzreduzierung.

Im Somnambulismus, aus schmerztherapeutischer Sichtweise betrachtet, wird das Bewusstsein ganz oder zumindest teilweise abgeschaltet. Die Manipulierbarkeit steigt rapide an und die Wahrscheinlichkeit halluzinativer Phänomene steigt ebenso deutlich. In diesem Zustand sind auch Amnesien keine Seltenheit mehr.

Nachdem sämtliche Trancen wellenförmig verlaufen (also immer mal leichter und dann wieder tiefer) kann hier ein teilweises bewusstes wahrnehmen vorkommen. Während einer Scherzabschaltung muss der Hypnotiseur also immer achtsam sein, dass der Klient nicht wieder zu weit auftaucht.

Zusammengefasst ist es also ein Zustand der Hochsuggestibilität mit teilweise amnestischen Reaktionen in dem der Hypnotisand nichts mehr mitbekommt. Analytisches Arbeiten ist hier zu vernachlässigen.

Der bekannte Hypnotiseur Dave Elman differenziert hier noch etwas präziser zwischen nichts mehr mitbekommen und teilweise nichts mehr mitbekommen.

Man unterscheidet zwei Arten des hypnotischen Somnambulismus.

Den „true somnambulism“ und den „artificial somnambulism“ wobei in beiden Fällen zum Beispiel, ein Versuch des Hypnotisanden, rückwärts zu zählen meist erfolglos bliebe.

Der Unterschied ist lediglich der, beim true somnambulism hat der Klient die Beziehung zu den Zahlen verloren und die kommenden Zahlen tatsächlich vorübergehend vergessen, wohingegen beim artificial somnambulism der Klient einfach zu weit weg, das heißt, zu entspannt ist, um überhaupt noch Zahlen ausdrücken zu können oder zu wollen.