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Showhypnose meets Hypnosetherapie

In den von uns durchgeführten Hypnose-Ausbildungen kommt es immer wieder zum Vorschein… Das Thema schlechthin…die Showhypnose. Geht das wirklich? Kann ich das auch? Kann man Menschen so manipulieren? Darf man das und was macht das eigentlich mit dem therapeutischen Setting?
André und Heidi Maria, könnt ihr sowas? Macht ihr sowas auch?“
Fragen über Fragen.
Selbstverständlich interessiert und fasziniert diese Seite der Hypnose die Menschen ungemein.
Geschichten von manipulierten Straffälligen, von Bankräubern, Erinnerungslücken oder gar vollständigen Amnesien geistern durch die Köpfe…
Die Begeisterung dafür ist ansteckend! Ich denke zwei Aspekte zeigen uns diese Ansichten ganz besonders deutlich:
zum Einen, das Streben nach Allmacht oder das Verfügen über fast übernatürliche Kräfte motiviert die Menschen Hypnose lernen zu wollen.
Den Wunsch etwas Besonderes zu sein und als die Triebfeder schlechthin, und Macht zu besitzen. Aber vielmehr noch symbolisieren sie aus der Sicht der Hypnotisanten, die Ängste der Menschen, jemandem zum Opfer zu fallen, wehrlos, machtlos oder in irgendeiner Form ausgeliefert zu sein.
Nur zu gut nachvollziehbar in einer Zeit, die von multimedialen Stimulanzien und allgegenwärtigen Informationsquellen gekennzeichnet ist. Schlechte News verbreiten sich wie Lauffeuer und jede Schlagzeile bringt Klicks und Aufmerksamkeit.
Im Fernsehen laufen Sendungen wie das Supertalent in denen Hypnotiseure tricksen oder zaubern und mit simplen „Schnellinduktionen“ Menschen umfallen lassen. Im Nachgang gesendete Interviews mit in der Jury sitzenden Ex-Fußballergattinnen, die zum Thema befragt, äussern, „Hypnose, das würde ich nie wieder machen“, leisten ihre Beiträge in Richtung Angst.
So stellen wir fest, dass die Hypnose immer weiter mit diesem mystischen Touch oder manchmal schlimmer noch, mit einem fast schmuddeligen Image belegt ist.

Ich erinnere mich gerne an eine sehr lustige Situation, die ich einmal erlebt habe.
Als ich zu einer Sendung im deutschen Frühstücksfernsehen eingeladen war und gerade aus der Maske kam, liefen mir einige Mitarbeiter des Senders über den Weg.
Seltsamerweise richteten alle spontan ihre Augen gen Fußboden, um den, wie ich finde normalen, Blickkontakt unbedingt zu vermeiden.
Ich muss zugeben, ich fühlte mich schon ein wenig wie eine mythische Medusa, bei deren Blick die Menschen sich, zu ihrem Leidwesen, in Stein verwandeln.
Seltsam, sehr, sehr seltsam.
Aber irgendwie auch lustig.
Denn, wer mich kennt, würde mir völlige andere Begriffe als angsteinflössend oder machtgierig zuschreiben. Meist werde ich als offen, lebensbejahend und liebevoll charakterisiert. Aber nun ja…
Selbstverständlich musste ich dieses Geheimnis für mich lösen.
So tat ich das Erschreckende und Unvermeidliche mit fester Stimme.
Ich sprach einen der Mitarbeiter beim Vorbeigehen an.
„Entschuldigen Sie?“ Es folgte eine Art kaninchengleicher Schreck-Starre auf Seiten des mitleidserregenden Fernsehmenschen.
Er antwortete „Äh, ja?“ zu fühlen war jedoch ein deutliches „Oh Gott, es ist aus mit mir, er hat mich angesprochen.“-
„Darf ich Sie kurz etwas fragen?“-
„Äh, ja.“ (wie abwechslungsreich, nun gut, zumindest wechselte er die Satzzeichen)-
„Ich empfinde eine sehr seltsame Stimmung in diesen Räumlichkeiten, sagen Sie mal… Kann es sein, dass Sie sich irgendwie unwohl fühlen in meiner Gegenwart?“-
„Äh, ja!“ (gleicher Text, neuer Ton, sehr spannend ;-))-
„Woran könnte das liegen?“-
„Na, Sie sind doch auch so ein Hypnosemensch, oder? Da war letzte Woche schon einer da und der hat jede Gelegenheit genutzt mit seinem über-autoritären Auftreten, seine Machtposition zu unterstreichen, indem er alle Menschen seltsam durchdringend ansah und meinte alle würden immer machen was er sage. Das war super unangenehm. Ich glaube, eine Wiederholung dessen wollen alle gerade vermeiden.“-
„Ohje, das ist nur allzu verständlich“ stimme ich zu „aber vielleicht wäre es für Sie ja denkbar, dass nicht alle Menschen innerhalb dieses Genres von gleichen Typus sein müssen. Ich verspreche, wenn Sie mich jetzt ansehen, passiert überhaupt nichts Schlimmes! Ehrenwort! Schliesslich unterhalten wir uns ja auch schon fast 60 Sekunden, ohne dass sich Ihre schlimmsten Befürchtungen realisiert haben. Ich bin mir sicher, es bleibt so. Na? Mut?“-
Der Mitarbeiter sieht mich doch tatsächlich an und kann sich dann einem „Augenzwinkern“ nicht mehr entziehen.
„Und? Schlimm?“
Jetzt fangen wir beide an zu lachen und haben ein wunderbares Gespräch bei einer Tasse Kaffee vor meinem Auftritt.
Es war eine schöne Sendung. (Danke, Jens)
Ich denke, diese amüsante Situation beantwortet aber einige Fragen auf wunderbare Weise.
Ist man zuerst noch geneigt, als ernstzunehmender Therapeut, Dinge wie, Showhypnosen zu verteufeln und abzuwerten, so entsteht doch ein neuer phantastischer Ansatz.
Diese Geschichte ist eine schöne Metapher für die Ängste und Vorbehalte, denen wir in der Hypnose und auch in der Hypnose Ausbildung, oft gegenüberstehen.
Diese Ängste sind, ob zurecht oder nicht, zunächst einmal Realität. Und zwar die Realität der wichtigsten Person im Bereich Hypnosetherapie. Die Realität des Klienten eben.
Und so nützt es also überhaupt nichts zu diskutieren, zu belehren oder zu informieren, nein, das wirkungsvollste Mittel dagegen war meine liebevolle Bereitschaft mich auf den Gesprächspartner einzulassen, ohne Vorbehalte, ohne Verurteilung, einfach wertfrei in der Akzeptanz für seine Bedürfnisse. Als dies spürbar wurde, ich betone das Wort spürbar, wurde deutlich dass Sicherheit und Kontakt entstehen kann und darf. Das alles bedeutete mehr als 1000 Erklärungen. Natürlichkeit, Humor und Selbstverständlichkeit sind wunderbare Mittel um Menschen abzuholen.
Ich mag Erlebnisse wie diese sehr, sehr gerne.
Denn wenn ich mit offenen Augen und offenem Herzen durch das Leben gehe, sind sie die allerbesten Lehrmeister.
Ich habe für mich gelernt, dass ich nichts und niemanden verteufeln möchte, auch keine Showhypnosen. Denn sie sind es ja auch, die einige Klienten in die Praxis führen. Sie tragen den Wunsch in sich „Bitte André zaubere! Und zaubere so, dass mein Problem hinterher weg ist und dauerhaft weg bleibt!“
Und dann ist es doch mein Geschick auf das es ankommt. Meine Fähigkeit, Menschen fühlen zu lassen, dass Hypnose keine Zauberei ist. Dass es ein Stück harte Arbeit ist, wenn wir herausfinden möchten wie wir dauerhaft ein Problem oder eine Störung ad acta legen können. Mit Nachhaltigkeit, ohne Rückfälle, dauerhaft.
Und so wandele ich die Erwartungshaltung meiner Klienten in Neugier um.
Und dann geht´s los. Ein wunderbarer Prozess der Veränderung. Hypnosetherapie eben, wie wir sie leben.
Ein wunderbares Geschenk. (Danke Universum)
Und so kann ich ganz sicher sagen, meine Frau Heidi Maria und ich, wir lieben diesen Beruf und haben nicht das Gefühl arbeiten zu müssen. Nein, wir sind dankbar, auf diese Weise wirken zu dürfen.

Euer André

jordan-hypnose.de