Wie oft stoßen wir im Erstkontakt mit den Menschen, die sich für eine Hypnosetherapie oder ein Coaching interessieren, auf die Vorstellung, dass der Hypnotiseur einmal in die Finger schnippt, man dann „weg“ ist und wenn er die Zahl „drei“ ausgesprochen hat, ist man wieder wach und die Welt in Ordnung. Man erinnert sich an nichts, gehört ab sofort zu den Nichtrauchern oder ist jetzt schlank. Das ist natürlich etwas übertrieben. Dennoch sind die meisten Menschen davon überzeugt, dass Hypnose etwas „Geheimnisvolles“ oder gar „Mystisches“ sei. In der Hypnosetherapie – oder im Coaching, wie wir sie verstehen – räumen wir zunächst mit diesen „Vorurteilen“ auf. Wir möchten, dass die Klienten wissen, dass Showhypnose nichts mit Hypnosetherapie und schon gar nichts mit IntuTrance gemeinsam hat. Allzu verbreitet ist die Überzeugung, dass Hypnose mit Schlaf gleichzusetzen sei. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand. Der Begriff „hypnos“ entstammt dem Griechischen und bedeutet tatsächlich „Schlaf“. Der Wunsch, einfach zu schlafen und während dieser Zeit werde der Konflikt von selbst gelöst, ist so verlockend wie nachvollziehbar. Manchmal setzen Menschen so viel Hoffnung in die Hypnose, dass sie aufgrund der irrtümlichen Annahmen darüber erst einmal enttäuscht sind, wenn wir deutlich machen, dass Hypnose nicht zaubern kann. Allerdings können wir mithilfe der Hypnose und insbesondere IntuTrance viel tun, um der Ursache für den Leidensdruck auf die Schliche zu kommen. Schnell wird den Klienten dann klar, dass Therapie wenig mit Entspannung zu tun hat, sondern dass die Auseinandersetzung mit dem Konflikt und die Ursachenforschung mit Anstrengung und oft überwältigenden Emotionen verbunden sind. Die Aussicht auf Erleichterung, das Gefühl, wieder „ganz“ zu sein, sich wieder zu spüren oder eben den Konflikt gelöst zu haben, ist dann die Belohnung.

Für uns beschreibt am besten der Begriff „Monoideismus“ den Zustand der Hypnose: Konzentration auf eine vorstellbare Sache oder einen Gedanken. Dabei verlieren alle anderen Gedanken und Begebenheiten an Präsenz und Dominanz.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen werden im Wachzustand etwa 87 % der „Rechenleistung“ des menschlichen Gehirns für die Verarbeitung visueller Reize genutzt. Wenn der Klient während der Trance die Augen geschlossen hat, müssen keine externen visuellen Reize mehr verarbeitet werden. Der Klient richtet seine Aufmerksamkeit und volle Konzentration nach innen und hat 100 % der „Rechenleistung“ für seine eigenen Bilder, Gefühle und eine intensive Wahrnehmung zur Verfügung.

Ein schönes Beispiel, um Klienten die Hypnose zu erklären, benutzt eine unserer ehemaligen Seminarteilnehmerinnen. Sie nimmt eine Taschenlampe und leuchtet auf eine verdunkelte Wand. Die Wand wird hell, der Klient kann alles gut erkennen. Dann geht sie mit der Taschenlampe näher an die Wand. Der Lichtkegel verkleinert sich, er beleuchtet weniger Fläche, die dafür aber umso heller! Dieses Phänomen ist mit dem hypnotischen Zustand vergleichbar. Unwichtiges wird während der Trance ausgeblendet. Es ist selbstverständlich noch vorhanden, hat aber aktuell keine Relevanz. Die Aufmerksamkeit und der Fokus sind ausschließlich auf das Thema gerichtet, das im Inneren beleuchtet wird. Daher verwenden wir auch gerne einfach die Definition: „Hypnose ist eine Verschiebung der Aufmerksamkeit auf einen Punkt.“

Wie machen wir das am besten den Klienten klar? Damals, in den Anfängen unserer Erfahrungen als Therapeuten, klärten wir im Erstgespräch, bei der sogenannten Anamnese, den Klienten über die Vorteile und Wirkungsweise der Hypnose auf. Im Klartext: Wir sagten ihm, was Hypnose ist und was auf keinen Fall. Aufgrund von Kopfnicken und verbalen Verständnisformulierungen gingen wir natürlich davon aus, dass der Klient das auch verstanden hatte. Umso überraschter waren wir dann, wenn der Klient zum Ende der Hypnose Sätze sagte wie „Das war Hypnose? Ich war doch gar nicht weg!“, oder die Meinung vertrat, all das hätte er auch dem besten Freund bei einem Glas Bier oder der besten Freundin beim Kaffee erzählen können. Nicht selten überprüften wir unsere Vorgehensweise und kamen zu dem Ergebnis, dass wir alles „ordnungsgemäß“ durchgeführt hatten. An der Technik konnte es also nicht liegen! Sicherlich ist vielen an dieser Stelle schon klar, dass wir, um Wissen langfristig zu integrieren, die Information wiederholen müssen und sie möglichst über viele Sinneskanäle aufgenommen werden sollte. Ein Appell an den Verstand reicht nicht aus, um die Erwartungshaltung des Klienten zu beeinflussen. Deshalb ist es notwendig, ihn Hypnose gefühlsmäßig erleben zu lassen. Die Hypnose arbeitet daher mit sogenannten „Convincern“. Das sind für den Klienten bewusst erlebbare kleine hypnotische Übungen, die ihn zu der Erkenntnis gelangen lassen, dass er sich niemals während der Hypnose willenlos, machtlos oder ausgeliefert fühlen wird, die ihn überzeugen, dass er ganz natürlich hypnotisierbar ist und jederzeit die Kontrolle über das Geschehen hat. Erst, wenn die Vorbehalte gegenüber der Hypnose abgebaut und einer positiven Überraschung gewichen sind, kann der Klient sich fallenlassen. Wenn der Therapeut oder Coach nun noch in der Lage war, einen echten Kontakt auf Augenhöhe aufzubauen, steht einem guten Vertrauensverhältnis nichts mehr im Wege. Der größte Feind einer funktionierenden Hypnosesitzung ist die Erwartungshaltung des Klienten, das heißt, wenn er glaubt zu wissen, was passieren muss, damit es eine Hypnose war. Deshalb sind Convincer wichtige Instrumente und sollten nie unterschätzt werden. Convincer sind auch ein wunderbares Mittel, um dem Klienten die eigene Kompetenz zu demonstrieren. Wichtig dabei ist immer, den Klienten nicht aus dem Fokus zu verlieren, ihn spüren zu lassen, dass es um ihn und sein Unterbewusstsein geht und dass alle Kompetenzen, die wir zur Lösung seines Konfliktes benötigen, bereits in ihm schlummern. Unsere Aufgabe als IntuTrance-Therapeut oder -Coach ist es dabei, dem Klienten Orientierung zu geben, ihm unsere Augen und Sinne zu leihen, damit er eigene Erkenntnisse für sich und über sein Leben erhalten kann.

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